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Alkohol und Herz – ein riskantes Team

Dass Alkohol sich auf die Leber auswirkt, ist vielfach der erste Gedanke. Welche Folgen aber Bier, Wein, Schnaps und Co. auf das Herz haben können, wird allzu oft übersehen. Das Glas Rotwein, das vermeintlich der Herzgesundheit dient, gerät schnell ins Gegenteil, wie neuere Untersuchungen bestätigen. Ein rechtzeitiger Verzicht, sinnvoller Weise ärztlich begleitet, kann dazu beitragen, die schlimmsten Auswirkungen wie Herzrhythmusstörungen durch Alkohol zu vermeiden.
Alkohol und Herz - NESCURE Privatklinik

Entzündungsstoff und Vitaminräuber – Alkohol und Herz

Bereits moderater regelmäßiger Konsum kann die Funktion des Herzens beeinträchtigen. Erste Anzeichen werden oftmals übersehen. Das Herzstolpern nach Alkohol, der Bluthochdruck am Tag nach der Party, alles fällt anfangs kaum auf oder wird als harmlos betrachtet. Dazu kommt, dass vielfach noch eine alte These propagiert wird. Sie besagt, dass der regelmäßige Genuss von Rotwein Blutgefäße erweitert und gerade dadurch dem gefährlichen Herzinfarkt vorbeugt.

In dieser Aussage über Alkohol und Herz liegen jedoch bereits schwerwiegende Fehlerquellen: Wie groß das tägliche Glas Wein ist, ist nirgendwo definiert. Ein Viertel, ein Achtel, noch weniger? Auch darüber, bei wem dieser Wein vermeintlich gesundheitsfördernd sein soll, wird nichts gesagt. Eine 50 kg schwere Frau ist bei einer gleichen Menge Alkohol schneller gefährdet als ein 100-kg-Mann, und zwar nicht nur durch sichtbare Anzeichen. Was regelmäßig ist, wird ebenfalls nicht genauer benannt, einmal die Woche, täglich, zu jeder Mahlzeit? So bleibt der eigenen Auslegung jede Menge Spielraum – bis feststeht, dass Alkohol und Herz nicht die idealen Partner waren.
Alkohol und Herz

Ein absolutes Verbot von Alkohol nach einem Herzinfarkt sprechen Ärzte selten aus. Besteht jedoch Suchtpotenzial, wird davon abgeraten, zumal eine Herzinsuffizienz durch Alkohol ausgelöst werden kann, was wiederum zum Infarkt führen könnte.

Bluthochdruck – Risiko für das Herz

Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit: Bis diese Anzeichen eines Bluthochdrucks auftauchen, mag einige Zeit vergehen. Nach einer durchzechten Nacht lassen sich diese Symptome leicht mit dem Alkoholgenuss in Verbindung bringen. Wird aus der gelegentlichen Party aber ein regelmäßiger Clubbesuch mit Binge Drinking, kommt es laut Studien einer US-amerikanischen Forschergruppe, die sich speziell auf das Trinkverhalten von Heranwachsenden und jungen Erwachsenen beziehen, zu einer höheren Rate, bis hin zu einer knapp 2,5-fachen Häufigkeit.

Besonders fatal ist das fragwürdige Wechselspiel von Alkohol und Herz hier deshalb, weil sich der Blutdruck nicht nur kurzzeitig nach dem heftigen Alkoholgenuss erhöht, sondern oftmals dauerhaft hoch bleibt, mit all seinen gefährlichen Folgen. Dazu reichten nach der Studienlage bereits wöchentlich abgehaltene alkoholreiche Feiern aus.

Alkohol und Herz
Dass Bluthochdruck die Gefahr von Herzerkrankungen verdoppelt, ist aber auch bei älteren Erwachsenen der Fall. Hier kommen oftmals noch andere Grunderkrankungen hinzu, wie Diabetes oder Adipositas, die als Multiplikator dienen. Nicht zuletzt sind nicht nur Alkohol und Herz ein nicht passendes Team, denn Alkohol gilt zugleich als Förderer von Übergewicht und Diabetes, was den Teufelskreis verstärkt.

Alkohol und Herz – Blutdruck senken

Am Institute for Mental Health in Toronto wurden ausführliche Studien zum Thema Blutdruck und Alkohol durchgeführt. Das Team um Michael Roerecke wertete die Daten von 2865 Teilnehmern aus. Ziel der Untersuchungen war es, die Auswirkungen von veränderten Trinkgewohnheiten auf den Blutdruck zu messen.

Wer nicht mehr als 24 g Alkohol – also etwa ein Viertel Wein oder eine Halbe Bier – zu sich nahm, profitierte am wenigstens vom Verzicht, zumindest, was die Blutdrucksenkung anbelangte. Eine stetige Steigerung des Erfolgs durch die Abstinenz wurde beobachtet, bis hin zu Probanden, die vorher täglich mehr als 72 g Alkohol, also eine Flasche Wein oder drei, vier Halbe Bier, tranken und nun auf die Hälfte reduzierten. Bei ihnen war der positive Effekt am deutlichsten: Der systolische Druck sank im Schnitt um 5,5 mmHg, der diastolische um 4 mmHG.

Im Rahmen der Studie fiel zudem auf, dass bereits im mittleren Bereich, etwa bei 36 g Alkohol pro Tag, eine Dosisabhängigkeit beobachtet wurde. Interessant war auch eine Hochrechnung, die Roerecke und seine Kollegen anstellten. Sie bezogen sich dabei auf den Alkoholkonsum in Großbritannien und kamen zu dem Schluss, dass bereits durch eine Halbierung der Trinkmenge 7000 Personen weniger in Kliniken müssten und 678 Todesfälle vermieden werden könnten.

Nimmt man die anderen Gesundheitsrisiken wie eine Herzmuskelentzündung durch Alkohol hinzu, hätte diese Reduktion auf die Hälfte mehr als nur gute Auswirkungen auf die Gesundheit des Einzelnen und auf die Kosten, die die Allgemeinheit zu tragen hat.

Entzündungsbooster – Alkohol und Herz

Alkohol befeuert Entzündungen im ganzen Körper. Deshalb sind nicht nur Leber, Bauchspeicheldrüse, Schleimhäute, Speiseröhre und andere Organe in Gefahr, sondern auch das Herz. Eine Herzmuskelentzündung durch Alkohol wird nicht immer gleich erkannt. Während bei einer infektiösen Myokarditis oft andere Symptome vorausgehen, bleiben diese bei der nicht infektiösen Myokarditis mitunter aus. Die letztere Form wird unter anderem durch Medikamente, Schwermetalle wie Cadmium, Kupfer oder Blei und durch Alkohol und Drogen ausgelöst.

Herzmuskelentzündungen bringen zudem mit sich, dass ihre Symptome anderen Ursachen zugerechnet werden. Wer denkt schon bei Müdigkeit, Schlappheit, Atemnot bei Belastung, Appetitlosigkeit und Schwindel sofort daran, dass Alkohol und Herz dahinterstecken. Andere Symptome sind jedoch eindeutiger: Herzstolpern nach Alkohol, starkes Herzklopfen und Pochen oder auch Ödeme an den Beinen werden zum Glück für die Betroffenen schneller mit Herzschädigungen verknüpft.

Alkohol und Herz – fortschreitende Myokarditis

Wird auf die ersten Anzeichen nicht reagiert, indem Betroffene den Alkoholkonsum sofort reduzieren, den Arzt aufsuchen und ihm offen Trinkgewohnheiten und Befinden kommunizieren, können sich die Herzprobleme nach Alkohol ausweiten. Zur Atemnot und dem gelegentlichen Stolpern kommen verstärkte Herzrhythmusstörungen nach Alkoholgenuss hinzu. Werden die Lebens- und Trinkgewohnheiten nicht geändert, wird aus der frischen Myokarditis in vielen Fällen eine Kardiomyopathie, eine oft dauerhafte Schädigung des Herzens.

Als besonders tückisch erweist sich in Sachen Alkohol und Herz auch, dass in vielen Fällen eine Herzmuskelentzündung nach Alkohol eben nicht registriert wird. In einer älteren Studie stellten Wilke et al. fest, dass bei durch Alkoholmissbrauch verursachten Kardiomyopathien Herzmuskelentzündungen vorausgegangen waren. Dies war bei nahezu jedem dritten alkoholkranken Patienten der Fall. Wird dann noch der Kardiomyopathie zu wenig Beachtung geschenkt, sind lebensbedrohliche Zustände durch das Wechselspiel von Alkohol und Herz keineswegs ausgeschlossen.

Ein gleichermaßen bedrückendes Untersuchungsergebnis dieser Studie erkannte eine erhöhte Infektanfälligkeit. Die Gefahr einer infektiösen Herzmuskelentzündung erhöhte sich dadurch ebenfalls. Ein weiterer festgestellter Faktor war eine gesteigerte Auto-Immunreaktion auf das Alkoholmetabolit Acetaldehyd und auf Myosin. Myosin ist für Muskelkontraktionen notwendig, was eine gestörte Verarbeitung auswirken kann, lässt sich beim Herzmuskel auch ohne große Fachkenntnisse leicht vorstellen. Schließlich ist das Herz der wichtigste Muskel im menschlichen Körper. Funktioniert er nicht mehr richtig, wird vieles andere nachrangig.

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Alkohol und Herz, Bauchspeicheldrüse und Leber – ein Kreislauf

Dass Alkohol für die Leber schädlich ist, ist sicher jedem, der ihn trinkt, bewusst. Oft wird aber die schädliche Menge verkannt. Dazu kommt, dass Alkohol unterschiedlich abgebaut wird. Neben Geschlecht, Körpergröße und Gewicht spielen auch Gene eine Rolle. Kommen noch weitere ungesunde Gewohnheiten dazu wie wenig Bewegung, fettes Essen und andere Genussgifte wie Nikotin, ist die Leber als Reinigungsorgan bald überlastet. Sie entzündet sich, verfettet und endet im wahrsten Sinn des Wortes oft durch eine Leberzirrhose.

Wenn jemand vermehrt ohne Angabe einer Begründung Termine und Verabredungen nicht einhält, könnten diese Versäumnisse ein Hinweis auf zu viel Alkohol, schlimmstenfalls Alkoholismus sein.
Die Leberzirrhose wiederum führt zu einer Insulinresistenz. Und schon ist durch den Alkohol ein weiterer Baustein für das metabolische Syndrom geschaffen, der Diabetes mellitus, der vielfach der Insulinresistenz folgt. Die Bauchspeicheldrüse gerät ebenfalls an ihre Leistungsgrenze. Durch die Insulinresistenz wirkt das in ihr produzierte Insulin nicht mehr richtig. Die Folge ist, dass immer mehr Insulin erzeugt werden muss, was nur bis zu einem bestimmten Punkt gelingt.

Dann wartet der Diabetes auf der einen Seite, eine durch Alkoholkonsum erkrankte Bauchspeicheldrüse auf der anderen.

Das metabolische Syndrom, zu dem auch noch der Bluthochdruck gehört, zählt zu den häufigsten Ursachen für Herzerkrankungen. Es wird nicht ohne Grund von Ärzten „das Todesquartett“ genannt. Wer also durch den Verzicht auf Alkohol zwei oder gar drei Beteiligte dieses Quartetts unschädlich machen kann, sollte keinesfalls zögern. Eine ausführliche ärztliche Beratung zum Thema Alkohol und Herz und bei dessen Empfehlung die Behandlung in einer Fachklinik sind die ersten wichtigen Schritte.

Das sagen unsere ehemaligen Patienten

"Ein absolut überzeugendes Konzept. Das gesamte Personal, Ärzte, Krankenschwester, Therapeuten aber ebenso die „guten Geister“ des Hauses, sind äußerst freundlich und kompetent. Man fühlt sich von Beginn an sehr gut „aufgehoben“."

Minika, 57, Alkoholabhängigkeit

"Wer in dieser Entzugsklinik keinen Erfolg hat, der hat wirklich ein Problem. Ich hätte niemals gedacht, in der kurzen Zeit so ins Leben zurück zu kommen."

Christoph, 53, Alkoholabhängigkeit und Depressionen

"Wir waren 10 total unterschiedliche sich fremde Personen, die sich schon innerhalb der ersten Woche zu einem super Team entwickelt haben. Der gemeinsame Beginn und die daraus resultierende Gruppendynamik ist ein unersetzlicher Baustein dieser Therapie.."

Norbert, 51, Alkoholabhängigkeit

Alkohol und Herz – Belastung der Nieren

Nicht nur die Leber muss bei ständigem Alkoholkonsum Schwerarbeit leisten. Auch die Niere wird über Gebühr strapaziert. Sie ist die zweite Giftzentrale des Körpers. Ihre Aufgabe ist es, Giftstoffe wie Alkohol, Nikotin und Co. aus dem Blut zu filtern. Ihre Leistungsfähigkeit ist ebenfalls begrenzt, zudem nimmt sie Schaden durch die Auswirkung des Alkohols. Ein zweiter Nachteil kommt zusätzlich ins Spiel: Alkohol entzieht dem Körper Wasser, die Nieren sind nicht mehr in der Lage, den normalen Wasserhaushalt des Körpers und einen ausreichenden Elektrolythaushalt aufrechtzuerhalten. Wertvolle Mineralstoffe gehen dadurch verloren, die wiederum dem Herz für eine reibungslose Funktion fehlen.

Alkohol Herz

Mitunter machen sich Nierenschmerzen am Folgetag eines heftigen Alkoholgenusses bemerkbar. Aber auch, wenn dies nicht der Fall ist, können sie bereits angegriffen sein. Eine Nierenschwäche wirkt sich auf die Leistungsfähigkeit des Herzens aus, wie sich umgekehrt auch eine Herzinsuffizienz auf die Nierentätigkeit auswirken kann. Letztendlich entstehen durch eine gestörte Nierenfunktion Bluthochdruck und Ablagerungen in den Gefäßen. Der ungute Kreis von der Niere zu Alkohol und Herz und seinen Erkrankungen ist geschlossen.

Zur Erkenntnis des Alkoholismus gehört, sich mit der Symptomatik zu befassen. Im nächsten Schritt dann den Menschen mit Alkoholismus darauf aufmerksam zu machen, dass er durch Alkoholkonsum erkrankt ist, stellt eine große Anforderung dar und erfordert Takt, Geduld und Informiertheit. Nur mit der richtigen Strategie können Sie zu einem Menschen mit Alkoholsucht durchdringen. Was gilt es zu beachten im Umgang mit einem Alkoholiker, damit dieser nicht „dichtmacht“ oder ausweicht, und anderseits Sie sich nicht um des lieben Friedens willen manipulieren lassen?
Dabei darf nicht lange gewartet werden, um den Menschen mit Alkoholsucht auf das Trinken anzusprechen. Je mehr Zeit verfließt, desto mehr steigt der schädliche Konsum von Alkohol. Offenheit und Wertschätzung gegenüber dem Betroffenen, nie verurteilend auftreten, sind oberste Gebote für diese Gespräche. Wählen Sie einen Zeitpunkt, zu dem der Betroffene weniger unter dem Einfluss von Alkohol steht. Schildern Sie Ihre Wahrnehmungen bzgl. seines Umgangs mit Alkohol und helfen Sie ihm, seine Alkoholabhängigkeit zu reflektieren. Informieren Sie ihn oder sie über die Folgen von seinem Alkoholkonsum und Alkoholmissbrauch in körperlicher, psychischer und sozialer Hinsicht.

Zudem sollten Sie bereits recherchiert haben, welche – auch regionale – Erstanlaufstellen für Suchtkranke mit Alkoholismus und Hilfsangebote für Alkoholiker bereitstehen, so dass Sie diese unterbreiten können im Kampf gegen den Alkohol.
Sie bieten Unterstützung an, treten jedoch nicht als Pro­b­lem­lö­ser auf. Versuchen Sie nicht, den Alkoholismus zu behandeln. Bleiben Sie in diesem Punkt konsequent. Ein Alkoholiker kann nur gesunden, wenn er sich für die Folgen von seinem Alkoholkonsum selbst verantwortlich zeigt, seine Einstellung zum Alkohol selbst ändert und aus eigenem Entschluss therapeutische Angebote aufsucht.

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Alkohol und Herz – der Vitamin- und Mineralstoffräuber

Herzprobleme nach Alkohol können auch daher rühren, dass dem Körper zu viele Mineralien und Vitamine entzogen wurden, die für die Aufrechterhaltung einer gesunden Herztätigkeit erforderlich sind. Während sich der Vitaminmangel überwiegend auf andere Organe auswirkt, wie etwa der alkoholbedingte Mangel von Vitamin A auf Haut und Augen, wird es beim Kalium- und Magnesiummangel für das Herz ernst.

Kalium und Magnesium – Mangelerscheinungen

Die beiden Mineralien sind unerlässlich, um eine gesunde Herzfunktion zu ermöglichen. Sie stabilisieren die Herzzellen und sorgen so für die ausreichende Pumptätigkeit. Fehlen diese beiden Mineralien, versucht das Herz durch schnelleren Schlag oder zusätzliche Pumpversuche den Mangel auszugleichen. Herzstolpern durch Alkohol und Herzrasen sind logische, spürbare Folgen. Im späteren Verlauf ist ein Herzversagen nicht ausgeschlossen.

Alkohol und Herz

Liegt bereits eine Schädigung des Herzmuskels vor, sind die Auswirkungen noch gravierender. Aus den Herzrhythmusstörungen nach Alkohol können unterschiedliche, lang andauernde oder chronische Herzerkrankungen werden. Magnesium als Nahrungsergänzung eingenommen reicht in vielen Fällen nicht aus, um ein Defizit auszugleichen. Weitertrinken und Pillen schlucken ist selten eine gute Option. Fällt der Verzicht schwer oder misslingt er total, kann der Aufenthalt in einer Fachklinik hilfreich sein.

Wer aber auf Alkohol verzichtet, hat in der Regel jede Aussicht auf Erfolg, sofern rechtzeitig gehandelt wird. Hier hilft ebenfalls die offene Aussprache mit dem Hausarzt oder Kardiologen, die auch als erste Anlaufstelle hinsichtlich eines Entzugs in einer Fachklinik beraten. Durch klinisch kontrollierte Medikamenten- und Mineraliengabe werden Herzprobleme nach Alkohol in vielen Fällen minimiert oder im Laufe der Zeit wieder auskuriert.

Vitamine und Mineralstoffe ohne ärztliche Abklärung durch ein Blutbild einzunehmen, kann allerdings das Gegenteil bewirken. Kommt der Elektrolythaushalt durch ein Zuviel des einen Minerals und einem Zuwenig des anderen erst recht aus dem Gleis, können sich Herzstolpern nach Alkohol und andere Herzkrankheiten wie Vorhofflimmern verschlimmern.

Abzuraten ist auch, einen Entzug auf eigene Faust zu unternehmen. Hier kommt es ebenfalls zu einem Mangel von Magnesium, der bedenklich werden kann. Etwa sieben bis acht Stunden nach dem Absetzen von Alkohol findet im Blut eine starke Abnahme von Magnesium statt. Gleichzeitig steigt der pH-Wert in den Arterien an. Beides kann sich auf Teile des Zentralnervensystems auswirken. Das nach dem Entzug oft unvermeidliche Delir wird stärker, wenn und weil Magnesium fehlt. Es sollte deshalb nicht allein und ohne ärztliche Kontrolle durchschritten werden.

Alkohol und Herz – Magnesium bei Herzinsuffizienz

Besonders dramatisch kann alkoholbedingter Magnesiummangel ausgehen, wenn bereits eine – oft nicht einmal erkannte – Herzmuskelschwäche vorliegt. Ein niedrigeres Serum-Mg, also ein Magnesiummangel, führt zu einer höheren Sterblichkeit. Auch für die Behandlung von Herzinsuffizienz ist ein ausgeglichener Magnesiumspiegel wichtig, da sonst die Wirkung der Medikamente ins Gegenteil verkehrt werden könnte. Wer heimlich weitertrinkt, gefährdet sein Leben.

Magnesiummangel und Vorhofflimmern – der Weg zum Schlaganfall

Neuere Studien kommen zu dem Ergebnis, dass Alkoholkonsum Vorhofflimmern forcieren kann. Seit längerem ist bekannt, dass eine exzessive Alkoholaufnahme die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass ein oder zwei Tage später ein Vorhofflimmern auftritt. Diese Erscheinung hat inzwischen sogar einen eigenen Namen, da es sich vor allem nach ausgiebigen Feiern im Urlaub bemerkbar macht: das Holiday-Heart-Syndrom. Letztendlich sehen es an Universitätskliniken beschäftigte Kardiologen leider immer wieder, dass selbst bei Vorhofflimmern noch weitergetrunken wird, weil die Anzeichen nicht ernst genommen werden und die Unregelmäßigkeiten wieder von allein aufhören.

Alkohol und Herz

In einer Studie, in der die Daten von mehr als 100.000 Personen ausgewertet wurden, kommt die wissenschaftliche Leiterin Dr. Dora Csengeri vom UKE zum Schluss, dass Herzrhythmusstörungen durch Alkohol bereits um 16 % häufiger sind, wenn 12 Gramm Alkohol – ein kleines Glas Wein oder Bier – pro Tag getrunken werden. Bei der doppelten Menge erhöht sich laut den erstellten Daten die Zunahme bereits auf 28 %. Frau Dr. Csengeri und ihr Team kommen deshalb zu dem Schluss, dass selbst kleine Mengen Alkohol, regelmäßig konsumiert, nicht ratsam sind.

Alkohol und Herz – Unterstützung durch Fachkliniken

Sprechen Familie, Freunde, Bekannte, Kollegen und Ärzte das Thema Alkoholabhängigkeit an, ist spätestens jetzt fachliche Hilfe sinnvoll. Auch Diagnosen wie Diabetes, Niereninsuffizienz, Herzprobleme oder erhöhte Leberwerte sind Anzeichen, die unbedingt ernst zu nehmen sind. Je früher ein Teufelskreis unterbrochen wird, desto nachhaltiger gelingt der Ausstieg.

Die NESCURE® Privatklinik am See hat sich seit Jahren dieser Problematik angenommen. Sie wird als Fachklinik für Alkoholabhängigkeit und Alkoholentzug geführt. Seit 2019 zählt sie zur Oberberg Gruppe, einem Qualitätsverbund privater Fachkliniken in Deutschland. Angeschlossen sind die Bereiche Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie.

Betroffene, die an Sucht- und Abhängigkeitserkrankungen leiden, insbesondere Alkoholabhängigkeit, finden hier kompetente Unterstützung beim Alkoholentzug. Auch Begleiterkrankungen mit Erschöpfungskrisen wie Depression oder Burnout werden bei einem Aufenthalt therapiert.

Therapie und Genesung in heilsamer Umgebung

Die Nescure Privatklinik am See stellt sich vor. Erfahren Sie mehr über unser Therapieprogramm und was wir für Ihre Therapie und Genesung tun können.

Sind Sie selbst von Alkoholismus betroffen? Dann freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme!

Das zeichnet die Klinik aus – Alkohol und Herz

In der NESCURE® Privatklinik am See steht jedem Behandlungssuchenden ein einzigartiges Konzept zur Verfügung. Es umfasst umfangreiche Behandlungen und Therapien aus einem weiten Spektrum. Das Motto dieser Therapie lautet „Der sanfte Weg zurück ins Leben.“. Wer möchte ihn nicht gehen und den Tagen wieder mehr Sinn geben? Der Entzug ist schnell und doch sanft, denn hier zählt der Mensch.

Angeboten werden sowohl klassische wie auch moderne Therapieformen. Sie werden konsequent abgestimmt. Neben den bewährten, regelmäßigen Gruppen- und Einzelsitzungen liegt ein Schwerpunkt auf NES, der Neuro-Elektrischen Stimulation. Hierbei handelt es sich um eine Elektro-Akupunktur, die auf die biochemischen Aspekte der Sucht abzielt. Ihr Vorteil ist der sanfte Entzug, der aus Entgiftung und Entwöhnung besteht. Die komplexen, individuell ausgearbeiteten Maßnahmen ermöglichen grundlegende, nachhaltige Veränderungen im Verhalten.

Die idyllische Lage der Klinik trägt ebenfalls zu einem Behandlungserfolg bei. Komfort, gute Küche und begleitende physiologische Angebote wie Yoga oder Massagen wirken sich zusätzlich gesundheitsfördernd aus. Deshalb gilt für die Therapie in der NESCURE® Privatklinik am See eine relative kurze Behandlungsdauer von nur 23 Tagen, Anreise- und Abreisetag inbegriffen. Gestartet wird im Team mit allen Patienten, um die Unterstützung durch die Gruppe ebenfalls zum Erfolg werden zu lassen.

FAQ/Häufig gestellte Fragen

Ist der Genuss von Alkohol nach einem Herzinfarkt verboten?

Soweit keine anderen Erkrankungen oder eine Suchtgefährdung vorliegen, ist Alkohol nach dem Herzinfarkt nicht verboten. Die Reduzierung auf wirklich geringe Menge ist jedoch ratsam, da andere Erkrankungen wie Herzinsuffizienz nicht ausgeschlossen werden können.

Kann ein rechtzeitiger Alkoholentzug vor Herzerkrankungen schützen?

Sofern noch keine dauerhaften Schädigungen vorliegen, bringt ein Entzug unter ärztlicher Aufsicht auch Vorteile in Sachen Herzgesundheit. Liegen bereits Schädigungen vor, ist der Entzug umso wichtiger, um Auswirkungen und Folgen zu minimieren.

Quellen

Pohl, K. 2020. https://ptaforum.pharmazeutische-zeitung.de/magnesium-energieaktivator-und-anti-stress-mineral-122326/,
Dr Jianrong Zhang et al., 2019, Epidem Com Health, Association of binge drinking in adolescence and early adulthood with high blood pressure: findings from the National -Longitudinal Study of Adolescent to Adult Health (1994-2008)

Roerecke et al., 2017, Lancet Public Health, The eff ect of a reduction in alcohol consumption on blood pressure: a systematic review and meta-analysis

Micke O. et al., 2020, Deutsche medizinische Wochenzeitschrift, Magnesium: Bedeutung für die hausärztliche Praxis – Positionspapier der Gesellschaft für Magnesium-Forschung e.V.

Csengeri D et al., Alcohol consumption, cardiac biomarkers, and risk of atrial fibrillation and adverse outcomes. Eur Heart J 2021; 00, 1-8; DOI:10.1093/eurheartj/ehaa953

https://www.usz.ch/krankheit/myokarditis/

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/95490/Genvariante-macht-Alkohol-schaedlich-fuer-das-Herz

Gemeinsame Therapie

5-6 Gruppengespräche pro Woche

Einzelgespräche

Wöchentlich 4 ärztliche/therapeutische Einzelgespräche

Wohlfühlatmosphäre

Unterbringung in grossen Zimmern/Appartements zur Einzelnutzung

Gesundheit geht durch den Magen

Vollverpflegung inklusive aller Getränke