Alkoholabstinenz – ein nicht immer einfacher Königsweg in die Gesundung

Ob zur Verbesserung der Gesundheit im Allgemeinen oder als wichtiger Schritt zur Genesung bei Alkoholsucht: Alkoholabstinenz wird in der Regel als wirksamste Behandlung der Suchtkrankheit betrachtet. Unmittelbarer Alkoholverzicht kann für nicht-suchtkranke Menschen eine Zeit der körperlichen Regeneration bedeuten – zum Beispiel nach der nicht unbedingt gesundheitsförderlichen Ernährung während der Feiertage. Anders beim Alkoholiker, für den Abstinenz das Risiko schwerer Entzugserscheinungen birgt und qualifizierte medizinische Begleitung sinnvoll oder sogar notwendig macht. Verzicht auf Alkoholkonsum ist ein erlerntes Verhalten, das sich im Laufe der Zeit mit Hilfe einer individuellen Therapie und durch den Kontakt mit Menschen, die die Genesung unterstützen, allmählich einstellen kann.

Alkoholabstinenz - NESCURE® Privatklinik

Über Wesen, Sinn und Risiken der Alkoholabstinenz

Dry January“ heißt eine in Großbritannien 2014 gestartete Gesundheitskampagne, die nach großem Zuspruch in Frankreich und in der Schweiz mittlerweile auch in Deutschland immer mehr Anhänger findet. Der „trockene Januar“ – Alkoholverzicht für 31 Tage – soll ähnlich wie die sechswöchige Fastenzeit zwischen Aschermittwoch und Ostern Körper und Seele helfen, sich nach dem ausgiebigem Alkoholkonsum während der Feiertage zu erholen. Im Folgenden wird den Fragen nachgegangen, was Alkoholabstinenz im Körper bewirkt. Welche Risiken bestehen für den Alkoholiker, der Abstinenz von einem Tag auf den anderen realisieren will? Wie lässt sich dem Alkoholentzugssyndrom entgegenwirken und nachhaltige Entwöhnung erzielen?

Welche Rolle spielt völlige Alkoholabstinenz bei der Bewältigung der Sucht?

Alkoholabstinenz bedeutet vollständigen Verzicht auf Alkoholkonsum. Damit steht sie im Gegensatz zum kontrollierten Trinken, das in einigen Behandlungsansätzen als praktikablere Option betrachtet wird, einem Alkoholabhängigen bei der Entwicklung eines gemäßigten, unproblematischeren Trinkverhaltens zu unterstützen. Als ernstzunehmendes Gegenargument zum rigiden Alles-oder-Nichts-Ansatz ließe sich anführen, dass einem Alkoholiker, der Abstinenz praktiziert, zunächst in der Regel ein Alkoholentzug bevorsteht, der unangenehm bis lebensbedrohlich sein kann.

Für eine vollständige Entgiftung des Körpers und die Wiederherstellung beziehungsweise substanzielle Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden ist Alkoholabstinenz jedoch unverzichtbar. Zudem erkennen selbst Befürworter des kontrollierten Ansatzes an, dass für Alkoholiker Abstinenz unbedingt das Mittel der Wahl sein kann – zum Beispiel während bestimmter Phasen des Genesungsprozesses sowie für Menschen, die zu Rückfällen neigen oder für die weiteres Trinken auch in kleinen Mengen schlimme Folgen zeitigen könnte.

Alkoholverzicht

Moderne Methoden zur Behandlung von Alkoholabhängigkeit wie etwa der durch Neuro-Elektrische Stimulation gestützte „sanfte Entzug“ (mehr dazu weiter unten) können die Reaktion des Organismus auf den Alkoholverzicht abschwächen und seine körperlichen und seelischen Auswirkungen lindern.

Wie kommt es zum Alkoholentzugssyndrom?

Alkoholkonsum stimuliert das Nervensystem. Wer regelmäßig größere Mengen trinkt, macht den Körper mit der Zeit vom Alkohol abhängig. Auf ein plötzliches Fehlen des Suchtmittels kann sich das zentrale Nervensystem nicht immer sofort einstellen. Schlagartig mit dem Trinken aufzuhören oder die Alkoholmenge erheblich reduzieren, kann ein Alkoholentzugssyndrom zur Folge haben: Der Organismus versucht, den Status vor der Alkoholabstinenz mit eigenen Mitteln wiederherzustellen, was zu einer Überaktivität des Nervensystems führt. Zu den häufigsten Symptomen gehören

  • Angstzustände
  • Reizbarkeit
  • Übelkeit
  • schneller Herzschlag
  • Schwitzen
  • Zittern
Alkoholiker Abstinenz - NESCURE Privatklinik

In gravierenden Fällen kann das Delirium tremens oder Alkoholentzugsdelirium auftreten, das eine sofortige Behandlung erfordert. Es äußert sich unter anderem in

  • Halluzinationen
  • Fieber
  • Illusionen
  • Paranoia
  • Krampfanfälle

Bei leichteren Symptomen der Alkoholabstinenz sind in der Regel keine medizinischen Maßnahmen nötig. Dennoch empfehlen sich sich die Aufnahme einer Therapie oder/und der Besuch einer Selbsthilfegruppe – etwa, um einer Neigung zum Rückfall und Frustrationen entgegenzuwirken, die sich beim Alkoholverzicht auch langfristig noch einstellen können. Sich den Alkoholkonsum zu versagen, bringt unter anderem einen niedrigeren Blutzuckerspiegel mit sich. Eine Umstellung der Ernährung kann dem Alkoholiker während der Abstinenz helfen, die daraus resultierenden Hungergefühle und andere Begleiterscheinungen in den Griff zu bekommen. Wegen der unvorhersehbaren, möglicherweise schwerwiegenden Entzugssymptome sollte eine Entwöhnung immer kompetent begleitet werden, zum Beispiel in einer modernen stationären Einrichtung.

Risikofaktoren für schwere Entzugserscheinungen

Die Gefahr des Alkoholentzugssyndroms besteht bei rund 50 Prozent der Menschen mit einer Alkoholerkrankung bei plötzlichem Alkoholverzicht oder signifikant reduziertem Alkoholkonsum. Zu schweren bis lebensbedrohlichen Symptomen kommt es nach ärztlichen Schätzungen bei drei bis fünf Prozent der Betroffenen.

Eine ganze Reihe von Faktoren kann sich darauf auswirken, wie lange eine vollständige Entwöhnung dauert oder ob sie Beschwerden mit sich bringt. Zu den im Kriterien, die im Vorfeld der Behandlung abzuklären und entsprechend zu berücksichtigen sind, gehören beispielsweise

  • das Alter des Patienten,
  • gravierende körperliche Erkrankungen wie eine schwere Herz-Kreislauf-Erkrankung oder eine abnorme Leberfunktion/Leberzirrhose,
  • Epilepsie beziehungsweise Krampfanfälle in der Vergangenheit,
  • fehlgeschlagene frühere Versuche einer ambulanten Entwöhnung,
  • Delirium tremens bei Alkoholverzicht in der Vergangenheit,
  • andere psychische Erkrankungen wie eine Depression, eine Angst- oder Zwangsstörung,
  • die Einnahme anderer Drogen.

Die Wahrscheinlichkeit schwerer Entzugserscheinungen für Alkoholiker, die die Abstinenz unmittelbar beginnen (zum Beispiel innerhalb von weniger als 24 Stunden nach dem letzten Alkoholkonsum), erhöht sich

  • mit der aktuellen Blutalkoholkomnzentration,
  • mit alkoholbedingten körperlichen und seelischen Beschwerden,
  • mit dem Ausmaß der Alkoholabhängigkeit und der Gewöhnung des Körpers an die Droge.

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★★★★★★ (6/6)

Ob genetische Voraussetzungen bei der Entstehung und Schwere eines Alkoholentzugssyndroms eine Rolle spielen, ist noch nicht aussagekräftig erforscht.
Jeder einzelne dieser Risikofaktoren ist Grund genug dafür, den Alkoholentzug stationär in einer Einrichtung durchführen zu lassen, die auf die Vorbeugung und Behandlung entzugsbedingter Komplikationen spezialisiert ist.

Timeline des Alkoholentzugs: die ersten 72 Stunden

6 Stunden

Leichte Entzugserscheinungen treten in der Regel etwa sechs Stunden nach dem letzten Getränk auf. Eine Person, die seit langem viel trinkt, könnte sechs Stunden nach begonnenem Alkoholverzicht einen ersten Anfall erleiden.

12 bis 24 Stunden

Ein kleiner Prozentsatz der Menschen, die einen Alkoholentzug durchmachen, hat zu diesem Zeitpunkt Halluzinationen. Sie hören oder sehen möglicherweise Dinge, die gar nicht da sind.

24 bis 48 Stunden

Geringfügige Entzugserscheinungen halten während dieser Phase normalerweise an. Zu diesen Symptomen gehören Kopfschmerzen, Zittern und Magenverstimmung. Wenn eine Person nur leichte Entzugserscheinungen hat, erreichen die Symptome in der Regel 18 bis 24 Stunden nach nach Beginn der Alkoholabstinenz ihren Höhepunkt und klingen nach vier bis fünf Tagen aus.

Alkoholabstinenz - NESCURE Privatklinik

Das sagen unsere ehemaligen Patienten

"Ein absolut überzeugendes Konzept. Das gesamte Personal, Ärzte, Krankenschwester, Therapeuten aber ebenso die „guten Geister“ des Hauses, sind äußerst freundlich und kompetent. Man fühlt sich von Beginn an sehr gut „aufgehoben“."

Minika, 57, Alkoholabhängigkeit

"Wer in dieser Entzugsklinik keinen Erfolg hat, der hat wirklich ein Problem. Ich hätte niemals gedacht, in der kurzen Zeit so ins Leben zurück zu kommen."

Christoph, 53, Alkoholabhängigkeit und Depressionen

"Wir waren 10 total unterschiedliche sich fremde Personen, die sich schon innerhalb der ersten Woche zu einem super Team entwickelt haben. Der gemeinsame Beginn und die daraus resultierende Gruppendynamik ist ein unersetzlicher Baustein dieser Therapie.."

Norbert, 51, Alkoholabhängigkeit

48 Stunden bis 72 Stunden

Bei fortgeschrittener Alkoholerkrankung sind die Entzugssymptome jetzt in der Regel am schlimmsten. Manche Menschen erleben jetzt die schwerste Form des Alkoholentzugssyndroms, das Delirium tremens. Es können die weiter oben erwähnten Symptome wie etwa beschleunigter Herzschlag, Krampfanfälle und/oder deutlich erhöhte Körpertemperatur auftreten.

In seltenen Fällen halten moderate Entzugssymptome bis zu einen Monat lang an. Dazu gehören meistens Herzrasen und Illusionen, zum Beispiel eingebildete Erinnerungen an Dinge, die nie geschehen sind, oder Halluzinationen.

Längerfristige Auswirkungen der Alkoholabstinenz

Die im Folgenden kurz geschilderten Verbesserungen des Befindens beim Verzicht auf Alkoholkonsum lassen sich in der Regel bei Menschen beobachten, die nicht oder an noch wenig ausgeprägter Alkoholsucht leiden. In schwereren Fällen stellt das innovative Behandlungskonzept der sanften und dennoch zügigen Entgiftung und Entwöhnung auf der Basis Neuro-Elektrischer Stimulation (NES) einen ähnlich schnellen Verlauf der Genesung in Aussicht.

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Ein bis zwei Wochen ohne Alkohol

Alkoholverzicht über mehrere Tage entlastet die Leber, die praktisch sofort beginnt, sich zu erholen und die eingelagerten Fette abzubauen. Zu weiteren Verbesserungen des Wohlbefindens in dieser Zeit zählen in der Regel besserer und tieferer Schlaf sowie eine höhere Leistungsfähigkeit.

Ein abstinenter Monat

Was vier Wochen ohne Alkoholkonsum bewirken können, wurde vor allem in Großbritannien, dem Mutterland der „Dry January“-Kampagne, gründlich untersucht. Nach 31 Tagen Alkoholverzicht ließen sich bei den meisten Teilnehmer:innen der entsprechenden Studien ein niedrigerer Blutdruck und eine Verbesserung des Hautbilds feststellen. Zudem fiel es ihnen in der Regel leichter,

  • sich nach den Prinzipien gesunder Ernährung zu richten,
  • gegebenenfalls abzunehmen,
  • nicht oder nur kontrolliert zu trinken,
  • sowie länger konzentriert und leistungsfähig zu bleiben.

Das Lebensgefühl entwickelte sich beim größten Teil der Probanden positiv – nicht zuletzt auch deshalb, weil der alkoholfreie Monat als Erfolg erlebt wird.

Alkoholabstinenz - NESCURE Privatklinik

Ein ganzes Jahr ohne Alkoholkonsum

Das Wichtigste zuerst: Selbst eine schwer geschädigte Leber kann sich innerhalb von 365 Tagen Alkoholabstinenz praktisch vollständig regenerieren. Vom Verzicht auf Alkohol profitieren auch Stoffwechselprozesse wie die Verdauung und die Fettverbrennung. Das wirkt sich sowohl das Körpergefühl wie auch auf das äußere Erscheinungsbild aus. 

Hartnäckige, mit schwerem Trinken beziehungsweise der Alkoholabstinenz einhergehende Depressionen und Angstzustände sollten nach einem Jahr der Vergangenheit angehören – falls sie nicht schon vor der Suchterkrankung bestanden und übermäßiger Alkoholkonsum eine Bewältigungsstrategie darstellte.

Wie kann ein sanfter, schneller und nachhaltiger Entzug aussehen?

Entwöhnung und Entgiftung ohne beziehungsweise mit deutlich milderen Entzugserscheinungen sind das Ziel des NESCURE®-Therapieprogramms. Einer der Schwerpunkte dieser Therapieform ist die Neuro-Elektrische Stimulation (NES). Diese moderne und effiziente Form der Elektro-Akupunktur setzt gezielt bei den biochemischen Aspekten der Sucht an. Sie kommt in den ersten Tagen des Klinikaufenthalts zur Anwendung, ermöglicht einen sanften Alkoholentzug und erleichtert so eine tiefgreifende Verhaltensänderung. Das Konzept der 23-tägigen NESCURE®-Therapie basiert außerdem auf mehreren klassischen und modernen Therapieformen, die gleichermaßen die körperliche wie die seelische Gesundung fördern. Dazu gehören regelmäßigen Gruppen- und Einzelgesprächen auch eine gesunde Küche (inklusive Informationen zur langfristig gesunden Ernährung) und bewegungstherapeutische Maßnahmen von Yoga bis Massage.

Therapie und Genesung in heilsamer Umgebung

Die Nescure Privatklinik am See stellt sich vor. Erfahren Sie mehr über unser Therapieprogramm und was wir für Ihre Therapie und Genesung tun können.

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FAQ – zwei Fragen zum sanften Entzug mit NES

Wie funktioniert die Neuro-Elektrische Stimulation (NES)

Die Neuro-Elektrische Stimulation (NES) wurde in den 1970er Jahren von der schottischen Neurochirurgin Meg Patterson entwickelt. Anstelle der klassischen Akupunkturnadeln setzte sie Nadeln mit einem speziellen elektrischen Impulsgeber ein, die die Produktion von Neurotransmittern wie etwa Serotonin, Dopamin, Endorphin anregen und das durch die Alkoholerkrankung gestörte Hormonsystem wieder in geregelte Bahnen bringen können.

Gibt es Ausschlusskriterien für die Behandlung mit NES?

Das Gerät für die Neuro-Elektrische Stimulation trägt der Patient immer bei sich. Die Elektroden für die Impulsgebung werden mit Pflastern auf der Haut befestigt. Für Patienten mit Pflaster-Allergie ist es nicht geeignet, ebenso wenig bei Schwangerschaft, Herzschwäche, akuten Hirnverletzungen, bestimmten Tumoren sowie schweren psychiatrischen Erkrankungen.

Quellen
  • Chris Daly (2021). Clinical management of the alcohol withdrawal syndrome. Verfügbar unter https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/add.15647
  • Anna Ford (2019). How ‚Dry January‘ is the secret to better sleep, saving money and losing weight. [ University of Sussex.] Verfügbar unter https://www.sussex.ac.uk/news/article/47131-how-dry-january-is-the-secret-to-better-sleep-saving-money-and-losing-weight
  • Elizabeth Hartney, (2021). Definition of Abstinence in Addiction Treatment. Verfügbar unter https://www.verywellmind.com/what-is-abstinence-including-pros-and-cons-22102
  • Richard K. Newman; Megan A. Stobart Gallagher; Anna E. Gomez (2022). Alcohol Withdrawal. [National Library of Medicine]. Verfügbar unter https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK441882/

Gemeinsame Therapie

5-6 Gruppengespräche pro Woche

Einzelgespräche

Wöchentlich 4 ärztliche/therapeutische Einzelgespräche

Wohlfühlatmosphäre

Unterbringung in grossen Zimmern/Appartements zur Einzelnutzung

Gesundheit geht durch den Magen

Vollverpflegung inklusive aller Getränke