Psychische Erkrankungen und Alkoholabhängigkeit – Zusammenhänge, Krankheitsbilder und Therapie

Wie stehen psychische Erkrankungen und Alkoholmissbrauch miteinander in Verbindung

Der Konsum alkoholischer Getränke kann zu Organschäden, wie etwa Herz- oder Leberschäden führen. Das ist allgemein bekannt. Jedoch wird oft übersehen, dass psychische Erkrankungen mit Alkoholmissbrauch ebenfalls in Zusammenhang stehen können.
Dabei hat eine Untersuchung der GEK (Gmündner Ersatzkasse ) ergeben, dass sich allein die Behandlungen bei Jugendlichen in Bezug auf psychische Störungen und Alkoholmissbrauch zwischen 2002 und 2008 verdoppelt haben. Dass psychische Erkrankungen mit Alkoholmissbrauch korrelieren, wird hier ersichtlich.

psychische Probleme Alkohol

Zum anderen wird deutlich, dass die damit verbundenen Risiken, insbesondere für die Psyche, unterschätzt werden. ,,Rund 17 Prozent der Interviewten geben an, nach einem Klinikaufenthalt wegen Alkoholvergiftung ihr Trinkverhalten beizubehalten oder zu steigern. 83 Prozent der Jugendlichen trinken eigenen Angaben zufolge zwar weniger, konsumieren aber immer noch erheblich häufiger und mehr Alkohol als Jugendliche mit gemäßigtem Alkoholkonsum.“ Wie psychische Erkrankungen durch Alkoholmissbrauch begünstigt werden können, erfahren Sie im Folgenden.

Psychische Erkrankungen und Alkoholmissbrauch – Zusammenhänge erklärt

Rezeptoren, welche sich auf den Nervenzellen befinden, stellen den primären Angriffspunkt für Alkohol dar.
Hierbei spielen die Rezeptoren GABAA und NMDA eine entscheidende Rolle.
Der Alkohol bzw. das Ethanol bindet an den NMDA-Rezeptor und hat dort für die Konsumentin oder den Konsumenten eine entspannende Wirkung. Die Reaktionsweiterleitung wird gedrosselt, indem der Calcium-Einstrom vermindert wird. Das Glutamat, das an diesem Rezeptor ansonsten andocken würde und eine erregende Wirkung haben würde, wird durch das Ethanol blockiert. Gleichzeitig triggert der Alkohol eine Aktivierung des inhibitorischen Systems, was eine vermehrte Ausschüttung von dem Neurotransmitter GABA zufolge hat. GABA bindet entsprechend an die GABAA-Rezeptoren und entfaltet dort zusätzlich eine Hemmung der Erregungsweiterleitung.
Es kommt außerdem zu einer Ausschüttung von Hormonen und Botenstoffen. Insbesondere von Dopamin, Endorphin und Serotonin. Diese führen zu einer euphorischen Wirkung bei der Konsumentin oder dem Konsumenten.
Bei einem regelmäßigeren Konsum von Alkohol besteht die Gefahr ein „Suchtgedächtnis“ auszubilden. Dabei kommt es zu physiologischen Veränderungen innerhalb des Hirns. Dies begünstigt die Entstehung der Alkoholabhängigkeit. Dadurch, dass der Konsum von Alkohol das inhibitorische und exzitatorische System aus dem Gleichgewicht bringt, kommt es zu einer Anpassung der Anzahl und Art der Rezeptoren im Gehirn. Infolge einer längeren Alkoholabhängigkeit bilden sich so vermehrt NMDA-Rezeptoren und weniger GABAA-Rezeptoren. Das anregend wirkende Glutamat findet dann eine erhöhte Anzahl an NMDA-Rezeptoren vor, während GABA nur eine verminderte Anzahl von Rezeptoren vorfindet. Somit erlangt das exzitatorische System die Überhand und das inhibitorische kann nicht mehr genügend dagegenwirken. Es kommt zu einer Überreizung, was ein Absterben von Hirngewebe nach sich zieht. Außerdem kommt es infolge der Alkoholabhängigkeit und damit verbunden der Ausschüttung der belohnenden, euphorisierenden Hormone, auch zu einer Toleranz der Rezeptoren gegenüber diesen. Da die typischen Beschwerden der Alkoholabhängigkeit vor allem beim Absinken des Alkoholspiegels im Blut auftreten, muss die oder der Betroffene für die gewünschte Wirkung mehr Alkohol zu sich nehmen. Dies natürlich verstärkt bloß das Ungleichgewicht der Rezeptoren. Die durch den Konsum von Alkohol verursachten Hirnschäden sind ein entscheidender Faktor, welcher psychische Erkrankungen mit Alkoholmissbrauch in Verbindung bringt.

Was ist die weiße Substanz?

In der weißen Substanz findet man vorrangig die Nervenfasern der Nervenzellen vor. Die Nervenfasern verbinden unterschiedliche Areale des Gehirns miteinander und ermöglichen deren Zusammenarbeit. Umschlossen sind diese Fasern von Myelin – einer fetthaltigen, weißen Substanz, die der Namensgeber der weißen Substanz ist. Ihre Funktion liegt unter anderem in der Isolierung der Nervenfasern und in der Signalübertragung. Die Ranvier-Schnürringe haben eine zentrale Bedeutung bei der Schnelligkeit der Reizweiterleitung. Dies sind Einschnürungen an den Myelinscheiden – so kann das von der Nervenzelle ausgehende elektrische Signal von Einschnürungspunkt zu Einschnürungspunkt „springen“. Bis hin zur jeweiligen Zielzelle. Die weiße Substanz hat also eine entscheidende Rolle hinsichtlich des Informationsaustausches. Das Volumen dieser Substanz variiert im Laufe des Lebens immer wieder.

Hat ein Mensch eine besonders anregende Umwelt und fordert sein Hirn immer wieder aufs Neue, so wird dieser Mensch wahrscheinlich eine Volumenzunahme der weißen Substanz erfahren und somit eine Leistungssteigerung seiner Fähigkeiten. Denn durch die Verwendung bereits bestehender oder durch den Aufbau neuer Verbindungen steigt das Volumen der weißen Substanz. Diese sagt viel über die Leistungsfähigkeit unseres Gehirns aus. So konnte dank bildgebender Verfahren eine interessante Verbindung gezogen werden: Alkoholabhängige weisen eine Schrumpfung der grauen, aber besonders der weißen Substanz auf.

Alkoholabhängige weisen eine Schrumpfung der grauen, aber besonders der weißen Substanz auf.

In Anbetracht dessen, dass bei einer Alkoholabhängigkeit durch den oben beschriebenen Mechanismus besonders die weiße Substanz beschädigt wird, ist es nicht mehr verwunderlich, dass psychische Erkrankungen und Alkoholmissbrauch eng miteinander verbunden sind.

Diese Auswirkungen hat das Trinken von Alkohol auf Ihre Psyche

,,Die durch Alkohol verursachte Hirnschädigung […] führ[t] zu einer Verlangsamung [der]Psychomotorik und des Denkvermögens, zu einem Mangel an Konzentrationsvermögen, zu einem Nachlassen der sensorischen und motorischen Funktionen. Ferner kommt es […] zu weiteren Persönlichkeitsveränderungen wie Unzuverlässigkeit, mangelnde Sorgfalt, Gleichgültigkeit, Gereiztheit und depressive Verstimmung.“ (aerzteblatt.de, 2001)

Alkohol schädigt auf lange Sicht das Gehirn maßgeblich. Hier sehen Sie eine Auflistung der vielfältigen möglichen Folgen:

  • Hirnorganische Leistungsminderungen
  • Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsstörungen
  • Störungen der kognitiven Leistungsgeschwindigkeit
  • Beeinträchtigung visuell räumlicher Wahrnehmung und Abstraktionsvermögen
  • organische Persönlichkeitsveränderungen
  • zahlreiche psychische Verhaltensstörungen

Häufige Komorbiditäten im Zusammenhang mit Alkoholmissbrauch

,,Häufig übersehen wird die Komorbidität von Alkoholismus mit psychischen Störungen, zum Beispiel affektiven Erkrankungen, Angsterkrankungen oder Schizophrenie.“ – So heißt es in dem 2001 veröffentlichten Beitrag ,,Serie – Alkoholismus: Psychische und soziale Folgen chronischen Alkoholismus“ auf der Website „ärzteblatt.de“.

Unter Komorbiditäten werden Erkrankungen verstanden, die im Rahmen einer definierten Grunderkrankung hinzukommen. Diese lassen sich dabei diagnostisch von der Grunderkrankung abgrenzen, stellen also ein eigenes Krankheitsbild dar. Dabei ist es nicht selten, dass diese hinzugekommene Erkrankung mit der Grunderkrankung zusammenhängt oder aber auch auf ihr beruht.
So können psychische Erkrankungen aufgrund des Alkoholmissbrauches entstehen. Andererseits ist es auch möglich, dass psychische Erkrankungen bereits vor der Alkoholabhängigkeit bestanden haben. Diese sind dann also unabhängig von dem Substanzkonsum. Allerdings können psychische Erkrankungen einen Alkoholmissbrauch und damit die Entstehung einer Abhängigkeit begünstigen.

Häufige Diagnosen, die neben einer bestehenden Alkoholabhängigkeit gestellt wurden, sind folgende:

  • Depressionen
  • Manie
  • Angststörungen und Panikattacken
  • Schizophrenie
  • Zwangsstörungen
  • Antisoziale Persönlichkeitsstörung
  • Borderline Persönlichkeitsstörung
  • Beeinträchtigungen des Selbstwertgefühls

Welche psychischen Erkrankungen können durch das Trinken von Alkohol entstehen?

Kognitive Störung

Symptome

  • zunehmende Vergesslichkeit
  • Gedächtnisverlust
  • allgemeine Verlangsamung
  • Beeinträchtigung der Kritik- und Urteilsfähigkeit
  • Aufmerksamkeitsstörungen
  • Konzentrationsstörungen
  • Sprachstörungen

Wahrnehmungsstörungen

Alkoholpsychose

Wahrnehmungsstörungen wie die Alkoholpsychose oder auch substanzinduzierte Psychose gehen mit einer Diskrepanz der Sinneswahrnehmungen der oder des Betroffenen mit der Realität einher. Dabei kann sie sich in unterschiedlichen Formen und Ausprägungen äußern.
Die Symptome treten dann auf, wenn der Alkoholspiegel im Blut sinkt. Dadurch kommt es dazu, dass ein Übermaß an Botenstoffen im Blut zirkuliert. Dies führt schließlich zu den Störungsbildern.

Hauptsächlich gehören zu diesen Formen:

  • Alkohol-Halluzinose
  • Korsakow-Syndrom
  • Delirium Tremens
  • Eifersuchtswahn

Alkohol-Halluzinose

Diese psychische Erkrankung, die durch Alkoholmissbrauch auftreten kann, ist selten. Betroffene verlieren hier den Bezug zur Realität und erleben Wahrnehmungsstörungen. Sie tritt oft nach langem, schwerem Alkoholmissbrauch auf.

Symptome

  • Häufig akustische Halluzinationen
  • optische Fehlwahrnehmungen
  • Wahnvorstellungen
  • Angst
  • Verfolgungswahn
  • Bewusstseins- und Orientierungsstörungen

Korsakow-Syndrom

Das Korsakow-Syndrom oder auch Morbus Korsakow ist selten und tritt häufig in Folge einer Wernicke-Enzephalitis auf. Dabei spielt unzureichende, vitaminarme Ernährung, insbesondere ein Vitamin B1 Mangel, eine entscheidende Rolle – denn in Folge eines schweren Vitamin-B1-Mangels kommt es zu spezifischen Entzündungen im Gehirn: der Wernicke-Enzephalopathie.

Unbehandelt führt diese Gehirnentzündung zu dem Korsakow-Syndrom. Bei dieser Erkrankung kann es zum jahrelangen Bestehenbleiben erheblicher Gedächtnis- und Orientierungsstörungen kommen. Hierbei kann das Langzeit- sowie auch das Kurzzeitgedächtnis betroffen sein.

Symptome

  • Konfabulation = das Füllen von Gedächtnislücken mit frei erfundenen Inhalten (unbewusst)
  • Unvermögen sich selbst um Angelegenheiten zu kümmern
  • Seh- und Augenbewegungsstörungen
  • Probleme bei Bewegungsabläufen, beispielsweise beim Gehen
  • generelle Verwirrtheit

Bei manchen Betroffenen sind die Einschränkungen derart ausgeprägt, dass sie in Pflegeheimen untergebracht und betreut werden müssen. Unbehandelt stirbt etwa jede oder jeder Fünfte an der Erkrankung.

Delirium Tremens

Das Delirium Tremes, oder auch Alkoholdelir, ist eine akute, lebensbedrohliche Geisteskrankheit. Diese Störung tritt häufig nach abruptem Entzug des Suchtmittels auf, kann aber auch durch den Rauschzustand getriggert werden.
Hierbei werden höhere psychische Funktionen gestört. Dies ist durch Veränderung des Bewusstseinszustandes und einer Reihe kognitiver Störungen gekennzeichnet.

Symptome

  • Angst- und Unruhezustände
  • Sinnestäuschungen und Halluzinationen
  • Krampfanfälle
  • starkes Zittern und Schwitzen
  • Fieber
  • Desorientierung

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Klinikbewertungen.de

★★★★★★ (6/6)

Erfolgt keine rechtzeitige, sachkundige Behandlung des Delirium Tremens, so sterben 20 Prozent aller Erkrankten innerhalb weniger Tage. Abhängig von der Behandlung ist ein Abklingen innerhalb weniger Tage bis maximal 2 Wochen möglich. Allerdings können Hirnschädigungen bestehen bleiben.

Eifersuchtswahn

Hierbei kommt es zu unbegründeten Eifersuchtsgefühlen. Betroffene sind ohne jeglichen Grund der Überzeugung betrogen zu werden. Gefährlich ist bei dieser Störung zudem, dass sie in Gewaltbereitschaft, schlimmstenfalls in direkte Gewalt umschlagen kann.

Stimmungsstörung

Durch das exzessive Trinken von Alkohol können affektive Störungen wie Depressionen oder auch bipolare Störungen bedingt werden. Diese Depressionen und oder manische Verstimmungen klingen jedoch mit dem Absetzen des Alkoholkonsums ab.

Symptome

  • Depressionen und/oder stark gehobene Stimmung
  • Enthemmung
  • zunehmende Gleichgültigkeit

 

Angststörungen

Das Trinken von Alkohol kann zu Ängsten führen. Eine entscheidende Rolle hierfür spielt zum einen Dopamin und zum anderen der Botenstoff GABA und auch der Neurotransmitter Glutamat.
Nach jahrelanger Alkoholabhängigkeit kommt es wie bereits beschrieben zu einem Ungleichgewicht zwischen dem exzitatorischen und inhibitorischen System. Eine Verringerung des Alkoholspiegels führt dadurch zu einer erhöhten Angstreaktion und Verstärkung der Symptome ggf. bereits bestehender Angststörungen.

Symptome

  • Zittern
  • Herzrasen
  • Vermeidungsverhalten
  • Brustenge
  • Schwindel

 

Psychische Erkrankungen und Alkoholabhängigkeit

Sexuelle Störungen

Wird zu viel getrunken, treten sexuelle Störungen auf. Durch die Beeinträchtigung des Nervensystems wird auch die Weiterleitung von Reizen beeinträchtigt.

Symptome

  • Erektionsstörungen beim Mann bis hin zur Impotenz
  • hypoaktivem sexuellem Verlangen bei der Frau

Schlafstörungen

Durch Alkohol verursachte Schlafstörungen können sein:

  • Schlaflosigkeit
  • Hypersomnie
  • Restless-Legs-Syndrom

Schlaflosigkeit

Hoher Alkoholkonsum führt in der Nacht zu Schlafstörungen. Die Konsumentin oder der Konsument wird in der Nacht unruhig und wacht häufiger auf. Ebenso ein Störfaktor kann der durch den Alkoholkonsum verursachte Harndrang sein. Alkohol trocknet den Körper zudem aus und es kommt zu dem bekannten „Alkoholbrand“, wodurch man ein starkes Trink-Bedürfnis verspürt.

Hypersomnie

Hypersomnie oder auch Schlafsucht ist eine Bezeichnung für eine Schlafstörung, welche durch eine erhöhte Tagesschläfrigkeit und erhöhtem Schlafdrang gekennzeichnet ist. Trotz angemessenen Schlafes in der Nacht fühlen sich Betroffene am nächsten Morgen nicht ausgeruht. Die Symptome können von anhaltender Schläfrigkeit am Tag bis hin zu regelrechten Einschlafattacken reichen.
Man kann hierbei zwischen der organisch bedingten/ idiopathische Hypersomnie und der nicht organischen, durch psychische Ursachen hervorgehende Hypersomnie unterscheiden.

Restless-Legs-Syndrom

Bei dem Restless-Legs-Syndrom, dem „Syndrom der unruhigen Beine“, kommt es zu einem unangenehmen Bewegungsdrang, der besonders in den Beinen lokalisiert ist. Seltener können auch andere Körperregionen betroffen sein. Vor allem machen sich die Beschwerden in Ruhe, sowie abends und nachts bemerkbar.
Es gibt Hinweise darauf, dass ein gestörter Dopamin-Stoffwechsel, wie er durch Alkoholmissbrauch entstehen kann, mitverantwortlich für dieses Krankheitsbild sein kann.

 

 

 

 

Das sagen unsere ehemaligen Patienten

"Ein absolut überzeugendes Konzept. Das gesamte Personal, Ärzte, Krankenschwester, Therapeuten aber ebenso die „guten Geister“ des Hauses, sind äußerst freundlich und kompetent. Man fühlt sich von Beginn an sehr gut „aufgehoben“."

Minika, 57, Alkoholabhängigkeit

"Wer in dieser Entzugsklinik keinen Erfolg hat, der hat wirklich ein Problem. Ich hätte niemals gedacht, in der kurzen Zeit so ins Leben zurück zu kommen."

Christoph, 53, Alkoholabhängigkeit und Depressionen

"Wir waren 10 total unterschiedliche sich fremde Personen, die sich schon innerhalb der ersten Woche zu einem super Team entwickelt haben. Der gemeinsame Beginn und die daraus resultierende Gruppendynamik ist ein unersetzlicher Baustein dieser Therapie.."

Norbert, 51, Alkoholabhängigkeit

Zwangsstörungen

Betroffene führen zwanghaft immer wieder dieselben Handlungen aus oder leiden an ständigen beunruhigenden Ängsten. In der Regel sind sie sich der Irrationalität ihres Handelns bewusst, können diese aber ohne Hilfe nicht ändern.
Man hat beobachtet, dass Menschen mit Zwangsstörungen einen gestörten Serotonin-Haushalt aufweisen. Jahrelanger Alkoholmissbrauch kann diesen Umstand bedingen.

Therapiemöglichkeiten – Konventionell

Zunächst werden die individuellen Kriterien für einen Alkoholentzug bei dem Betroffenen abgeklärt. Danach bespricht die Ärztin oder der Arzt gemeinsam mit der Patientin oder dem Patienten das Vorgehen in der Therapie.

 

Es gibt 2 Wege der Entgiftung:

  • die stationäre Entzugsbehandlung in einer Fachklinik
  • die ambulante Entzugsbehandlung

In beiden Fällen wird die Therapie in vier Phasen eingeteilt:

1. Kontakt- und Motivationsphase

Die Kontakt- und Motivationsphase steht in beiden Fällen (ambulant oder stationär) am Anfang der Entzugsbehandlung. In dieser Phase sollen die Entzugswilligen durch ärztliche Unterstützung in ihrer Entscheidung, sich von ihrer Abhängigkeit zu lösen, unterstützt werden.

2. Entgiftungsphase

In dieser Phase findet der eigentliche Entzug statt. Dieser wird unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt und teilweise medikamentös unterstützt.

Hier kann zwischen drei Formen unterschieden werden:

  • der kalte Entzug
  • der ärztlich unterstütze Entzug
  • ein schrittweise „ausschleichender“ ambulanter Entzug

Bei ersterem werden keine Medikamente verwendet. Der ärztlich unterstütze Entzug hingegen beinhaltet eine Linderung der Entzugsbeschwerden mittels Medikamenten, die aufgrund ihrer eigenen potenziellen Suchtgefahr ausschließlich von Ärztinnen und Ärzten und nur für einen kurzen Zeitraum angewendet werden sollten. Diese Medikamente haben eine krampflösende, beruhigende Wirkung und lindern Ängste.
Bei dem letzten Modell reduzieren die Patientinnen und Patienten allmählich die Menge an Alkohol, die sie trinken und führen dazu ein Tagebuch. Die Patientinnen und Patienten werden dabei von Suchttherapeutinnen und Suchttherapeuten sowie Ärztinnen und Ärzten kontrolliert sowie begleitet. Im medizinischen Bereich arbeiten wir unterstützend mit Hilfe der Neuro-Elektrischen Stimulation (NES), einer Art Elektroakupunktur.
Hier gilt als gesichert, dass bei einer Suchterkrankung ebenso wie bei depressiven Störungen, Abweichungen der Neurotransmitter Serotonin, Dopamin, Adrenalin und Noradrenalin vorhanden sind. Im Setting unserer Klinik werden diese Transmitter mittels transkranieller, neuroelektrischer Gleichstromstimulation in den ersten Tagen angeregt bzw. gedämpft.

3. Psychotherapeutische Phase – die Entwöhnungsphase

In dieser Phase sollen sich die Betroffenen allmählich an ein Leben ohne den Konsum von Alkohol gewöhnen. Hierbei werden verschiedene psychotherapeutische Methoden eingesetzt, die gemeinsam eine nachhaltige Verhaltens- und Erlebensänderung erwirken sollen, um so den Verzicht auf Alkohol so gut wie möglich zu unterstützen.

Die Entwöhnungsbehandlung kann auf zwei Arten durchgeführt werden:

  • stationär
  • ambulant

 

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Stationär

Ein großer Vorteil der stationären Behandlung besteht in der ständigen Verfügbarkeit ärztlicher und psychotherapeutischer Hilfe. Auch die geschützte Umgebung, in der sich die Patientin oder der Patienten während der stationären Entwöhnungsphase befinden, ist für die Entwöhnung äußerst hilfreich. In einer solchen Umgebung können die Betroffenen ihrem Alltag entfliehen und sich vollkommen ihrer Gesundung widmen. In der NESCURE Privatklinik am Tegernsee dauert der Aufenthalt für alle Patienten genau 23 Tage inclusive An- und Abreisetag.

Ambulant

Eine ambulante Therapie ist für jene sinnvoll und praktisch, die ihren Arbeitsplatz während ihrer Therapie nicht aufgeben können oder aber auch Kinder zu versorgen haben.
Eine ambulante Entwöhnungsbehandlung kann wesentlich länger andauern als die stationäre Behandlung. Ein Zeitraum von 1 bis 2 Jahren ist hier nicht selten.

Welche Therapieverfahren werden bei der Entwöhnungsphase angewandt?

Die verschiedenen Therapiefelder, die in der Entwöhnungsbehandlung kombiniert und gezielt eingesetzt werden können, sind folgende:

  • Gruppen- und Einzelpsychotherapie
  • Sport- und Bewegungstherapie
  • Kunst- und Kreativ-Therapie
  • Entspannungsverfahren
  • sozialarbeiterische und ärztliche Unterstützung

4. Nachsorgephase

War die Rehabilitation erfolgreich, so ist eine Nachsorge durch Ärztinnen und Ärzte und/oder Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten anzuraten. Eine Nachsorge in einer Drogenberatungsstelle und regelmäßige Besuche in Selbsthilfegruppen werden empfohlen, um eine nachhaltige Abstinenz zu gewährleisten.

Sind Sie auf der Suche nach Hilfe?

NESCURE – das Ende Ihrer Suche und der Beginn Ihres neuen Lebens

Unsere Fachklinik für Alkoholabhängigkeit und Alkoholentzug in Kombination mit Erschöpfungskrisen und Burnout bietet den „qualifizierten Entzug“ für Privatpersonen und Selbstzahler.
Dieser geschieht besonders sanft und schnell dank unserer in Deutschland einmaligen Technologie durch Neuro-Elektrische Stimulation (NES).

Der Beginn Ihrer Therapie

In den ersten vier bis fünf Tagen tragen Sie unser NESCURE-Stimulationsgerät. Mit dessen Hilfe werden die körpereigenen Stoffe, etwa Endorphine, Serotonin und Dopamin, ausgeschüttet. Das bewirkt, dass Ihr durch den Alkoholkonsum lahmgelegtes limbisches System wieder angeregt wird. Das wiederum hat zur Folge, dass die typischen Entzugssymptome, etwa Krämpfe, Schüttelfrost oder auch das Delir deutlich abgeschwächt werden. Durch die NES wird Ihre Stimmung angehoben und die Nachhaltigkeit der Therapie wird gesteigert.

Rundum versorgt

Unser qualifizierter Entzug beinhaltet die notwendige ärztliche Behandlung und pflegerische Betreuung, sowie die Überwachung Ihrer Vitalfunktionen, Ihrer Medikation sowie gegebenenfalls Monitoring. Vor Ort befinden sich qualifizierte Ärztinnen und Ärzte sowie Therapeutinnen und Therapeuten, die sich rundum um Ihre Gesundheit und Wohlbefinden sorgen. Vom ersten Tag an finden Einzelgespräche statt. Außerdem bieten wir Gruppengespräche, Entspannungstechniken, Yoga und Massagen. Dabei sind alle Maßnahmen individuell auf Sie abgestimmt . Der Erfolg der Gruppentherapie wird zudem durch den gleichzeitigen Start aller Patientinnen und Patienten in die Therapie unterstützt. So bleibt die Gruppe während der Entzugstherapie homogen – darüber hinaus haben alle dieselbe Problematik. Dadurch können sich Patientinnen und Patienten untereinander gut gegenseitig unterstützen und es wird auf Dauer der Therapie ein besonders vertrautes Umfeld geschaffen.

Die Vielfalt unseres Therapiekonzepts

Unser Therapiekonzept besteht dabei aus einer Mischung moderner und klassischer Therapieformen. Unsere Methoden sind unter anderem tiefenpsychologisch, systemisch, trauma- oder auch körper-therapeutisch, gestalttherapeutisch und vieles mehr – ganz auf Sie abgestimmt.

Genesen unter optimalen Umständen

Die besonders familiäre und idyllische Umgebung der privaten Entzugsklinik, sowie die komfortable Einrichtung unterstützt das seit Jahren erfolgreiche Konzept der NESCURE-Therapie zusätzlich.
Profitieren Sie überdies von unserer besonders frischen Küche und ausgewogenen Verköstigung innerhalb des Therapie-Programms.

Die Sucht verstehen

Wir setzen uns detailliert mit Ihnen und Ihren Beschwerden auseinander. Die individuellen Auswirkungen des Suchtmittelkonsums in verschiedenen Bereichen (privat, sozial, beruflich) finden hier ebenfalls Beachtung. Darüber hinaus begeben wir uns gemeinsam im Einzelgespräch, sowie im Gruppengespräch auf die Suche nach Lösungsstrategien für bestehende Probleme.

Für einen nachhaltigen Therapieerfolg

Während Ihres Entzugs treten wir für Sie mit Suchtberatungsstellen, Selbsthilfegruppen, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten und evtl. weiterbehandelnden Therapieeinrichtungen in Kontakt und stellen somit sicher, dass für Ihre Nachbetreuung gesorgt ist. Dabei sind Leistungen wie Paar- und Familienberatung in das Behandlungsangebot des qualifizierten Entzugs inklusive.
Die Abhängigkeit endlich hinter sich lassen – in kürzester Zeit
Der Aufenthalt in unserer Privatklinik dauert inklusive An- und Abreise genau 23 Tage.

Alkoholiker

Ist dieses Stadium eingetreten, kann es unerlässlich sein, sich professionelle Hilfe zu suchen. Als erste Anlaufstelle bietet sich die Hausarztpraxis an. Alternativ finden Sie Suchthilfeverzeichnisse im Internet. Selbsthilfeportale stellen Suchmaschinen bereit, um zunächst anonym einen Telefontermin oder ein persönliches Beratungsgespräch zu ermöglichen. In Ihrer Nähe finden Sie Suchtberatungsstellen, z.B. in Angliederung an Fachkliniken für Suchterkrankungen sowie Beratungsstellen kirchlicher Träger.

Therapie und Genesung in heilsamer Umgebung

Die Nescure Privatklinik am See stellt sich vor. Erfahren Sie mehr über unser Therapieprogramm und was wir für Ihre Therapie und Genesung tun können.

Sind Sie selbst von Alkoholismus betroffen? Dann freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme!

Schritte aus der Alkoholsucht

Insgesamt lassen sich vier Phasen ausmachen, die Menschen auf dem Weg in die Abstinenz durchlaufen.

  1. Die erste ist die Motivationsphase: Der Entschluss, sein Leben zu ändern, muss ernsthaft vorhanden sein.
  2. Dann folgen die Entgiftung und der Entzug mit den bekannten Entzugserscheinungen wie Schweißausbrüche, Schwächeanfälle und Zittern bis hin zu Krampfanfällen. Zur Abmilderung der Entzugserscheinungen werden heute individuell abgestimmte Medikamente verabreicht. Daher ist die Angst vor Entzugserscheinungen nicht mehr begründet. Ein sogenannter „qualifizierter Entzug“ kann bis zu drei Wochen dauern.
  3. Um einen Rückfall zu vermeiden, ist der dritte Schritt notwendig: Eine Rehabilitation verstetigt die Entwöhnung und trainiert ein Leben ohne Alkohol.
  4. Die letzte Phase ist die der Nachsorge und Rückfallprävention vor erneutem Alkoholkonsum. Um sich ein erfülltes Leben ohne Alkohol aufzubauen, gibt es heute unterstützende Programme. Auch ein trockener Alkoholiker bleibt aufgrund der nicht mehr rückgängig zu machenden Konditionierung immer ein Alkoholiker mit gewissem Gefährdungspotenzial.

Flächendeckend werden in Deutschland abgestufte und individuelle Therapiemethoden für Menschen mit Alkoholabhängigkeit angeboten:

FAQ/Häufig gestellte Fragen

Wie kann NES helfen?

Ärztin Dr. Margret Patterson entdeckte und erforschte die Suchtdruck mindernde Wirkung von NES. Durch die elektrische Stimulation werden jene Hormone ausgeschüttet, die auch bei dem Konsum von Alkohol ausgeschüttet werden würden. Dadurch sinkt der Suchtdruck und Entzugssymptome werden abgemildert.

Ist der "kalte Entzug" gefährlich?

Hat man schon eine jahrelange Alkoholsucht durchlebt, so ist die Anzahl der gebildeten GABAA-Rezeptoren so hoch, dass die Überreizung infolge eines Entzugs verheerende Schäden im Hirn verursachen kann. Je länger dabei die Alkoholabhängigkeit besteht, desto desaströser sind die zu erwartenden Schäden und damit auch die Gefahr für die Patientin oder den Patienten. Betroffene sollten die Suche nach professioneller Hilfe in jedem Fall dem kalten Entzug vorziehen. Denn dieser kann unter Umständen tödlich enden.

Quellen:

Quellen
  • https://www.qualitaetskliniken.de/erkrankungen/alkoholsucht/#part-4296
  • https://www.netdoktor.de/krankheiten/korsakow-syndrom/
  • https://www.usz.ch/krankheit/restless-legs-syndrom/#:~:text=Das%20Restless%20Legs%2DSyndrom%20(RLS,von%20schwer%20beschreibbaren%20unangenehmen%20Empfindungen.
  • https://flexikon.doccheck.com/de/Alkoholhalluzinose
  • https://www.mywaybettyford.de/suchtkompendium/alkohol-und-angst/
  • https://tu-dresden.de/med/mf/die-fakultaet/newsuebersicht/wann-und-wie-schaedigt-alkohol-das-gehirn
  • https://www.cbs.mpg.de/was-im-gehirn-zwischen-grau-und-weiss-liegt#:~:text=Myelin%20macht%20die%20wei%C3%9Fe%20Substanz,fr%C3%BChen%20Entwicklung%20des%20Gehirns%20vorherrschend.
  • https://medlexi.de/Wei%C3%9Fe_Substanz
  • https://www.mywaybettyford.de/suchtkompendium/alkohol-als-nervengift/
  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/29088/Serie-Alkoholismus-Psychische-und-soziale-Folgen-chronischen-Alkoholismus
  • https://www.aponet.de/artikel/angst-und-depressionen-nach-alkohol-11774
  • https://www.kenn-dein-limit.de/alkoholkonsum/folgen-von-alkohol/alkohol-und-impotenz/#:~:text=In%20geringen%20Mengen%20macht%20Alkohol,5%20Promille%20verringert%20die%20Potenz.
  • https://www.kenn-dein-limit.de/alkoholkonsum/folgen-von-alkohol/alkohol-und-schlaf/#:~:text=Denn%20im%20Laufe%20der%20Nacht,und%20trocknet%20den%20K%C3%B6rper%20aus.
  • https://www.mywaybettyford.de/suchtkompendium/alkoholpsychose/#:~:text=Bei%20einer%20durch%20den%20Konsum,sowie%20durch%20Medikamente%20ausgel%C3%B6st%20werden
  • https://www.netdoktor.de/krankheiten/zwangsstoerung/
  • https://www.kenn-dein-limit.de/alkoholkonsum/alkoholismus/alkoholentzug/
  • https://www.alkoholsucht.eu/psychischen-storungen-durch-alkoholmissbrauch/
  • https://psylex.de/stoerung/alkohol/
  • https://www.therapie.de/psyche/info/index/diagnose/alkoholsucht/alkoholabhaengigkeit-und-folgeerkrankungen/
  • https://www.mywaybettyford.de/suchtkompendium/alkoholpsychose/
  • https://gedankenwelt.de/12-psychische-stoerungen-durch-substanzkonsum/
  • https://www.psychiatrie.de/psychische-erkrankungen/alkoholabhaengigkeit.html
  • https://www.stiftung-gesundheitswissen.de/wissen/risikofaktor-alkohol/abhaengigkeit
  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/29088/Serie-Alkoholismus-Psychische-und-soziale-Folgen-chronischen-Alkoholismus
  • https://www.psymag.de/11828/haeufigsten-psychischen-erkrankungen/
  • https://medrum.de/content/psychische-erkrankungen-und-alkoholmissbrauch-bei-jugendlichen-verdoppelt

Gemeinsame Therapie

5-6 Gruppengespräche pro Woche

Einzelgespräche

Wöchentlich 4 ärztliche/therapeutische Einzelgespräche

Wohlfühlatmosphäre

Unterbringung in grossen Zimmern/Appartements zur Einzelnutzung

Gesundheit geht durch den Magen

Vollverpflegung inklusive aller Getränke